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leuna_echo | 22.07.10

Neue Technologien für Sachsen-Anhalt

 

Chancen für den Mittelstand

 

Deutschland konnte in den Bereichen Automobil, Maschinenbau Elektrotechnik sowie Chemie in den letzten Jahrzehnten im internationalen Vergleich stets eine führende Position einnehmen.

Hochwertige Technologien stellen traditionell die Stärke der deutschen Technik dar.

Um diese Exportleistungen zu erhalten und auszubauen braucht es auch künftig hohe Innovationsaufwendungen. Diese Sichtweise spiegelt die westdeutsche Industrieforschung wieder. Dennoch weist sie einige Schwächen im globalen High-Tech-Wettbewerb auf. Neuere Erhebungen des Stifterverbandes der Deutschen Wissenschaft bestätigen zwar die gängigen Annahmen, bescheinigen aber insbesondere den klein- und mittelständisch geprägten ostdeutschen Unternehmen mit einer stärkeren Hinwendung zu Spitzentechnologien gute Chancen.


Sachsen-Anhalt ist hier auf einem guten Weg. Die Innovationsstrategie Sachsen-Anhalt 2013 zählt bekannte Innovationsschwerpunkte wie Chemie/Kunststoffe, Maschinen- und Anlagenbau, Automotive, Biotechnologie, Pharmazeutische Industrie, Erneuerbare Energien sowie Medizintechnik/Gesundheitswirtschaft auf. Erwähnung finden zusätzlich die Ernährungswirtschaft, die Kreativwirtschaft sowie die Logistik. In den Fokus genommen werden aber auch „Querschnittstechnologien“ wie Virtuelle Realität und Virtuelle Konstruktion, die Nanotechnologie sowie die Mikrosystemtechnik. Dass Sachsen-Anhalt technologisch mittlerweile relativ breit aufgestellt ist, lässt sich auch anhand der in den letzten Jahren beim Deutschen Patent- und Markenamt veröffentlichten Patent- und Gebrauchsmusteranmeldungen ablesen.


Das Land verfügt forschungsseitig über eine gute Ausgangsbasis. Auch neue Vorhaben zum Ausbau der Forschungsinfrastruktur wie das Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik (CSP) in Halle, der Pharmapark in Dessau-Rosslau, das Institut für Kompetenz in AutoMobilität (IKAM) in Barleben und das Chemisch-Biotechnologische Prozesszentrum (CBP) in Leuna reihen sich hier positiv ein. Eine Vielzahl von Unternehmen ist in Clusterinitiativen der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland eingebunden und im internationalen Vergleich gut aufgestellt.
Wettbewerb zwischen den Unternehmen bleibt dabei der wichtigste Antrieb für die Entwicklung und den Einsatz neuer Technologien. Die politische Orientierung auf bestimmte Schwerpunkte ersetzt nicht die unternehmerische Verantwortung. Kein Unternehmen ist gut beraten, wenn es sich ausschließlich an staatlichen Vorgaben orientiert. Deshalb ist es zu begrüßen, dass die bei innovativen kleinen und mittleren Unternehmen bewährte unspezifische Förderung, wie im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM), fortgesetzt werden soll und über eine ergänzende steuerliche FuE-Förderung nachgedacht wird.


Das unternehmerische Risiko bleibt. Gerade auf neuen Technologiefeldern ist es für Unternehmen von besonderer Bedeutung, dass sie vor, während und nach der Aufnahme von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten für neue Produkte den internationalen Stand der Technik sowie die Konkurrenzsituation genau analysieren. Viele Unternehmen aus den Bereichen Chemie und Kunststoffindustrie, Pharmazie und Biotechnologie nutzen deshalb die besonderen Recherchemöglichkeiten des halleschen Patent- und Normenzentrums MIPO GmbH, einem Tochterunternehmen der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK). Die MIPO GmbH ist nicht nur Recherchezentrum mit Zugang zu den weltbesten Datenbanken, sondern auch Annahmestelle im Auftrag des Deutschen Patent- und Markenamtes für alle Schutzrechtsarten.


Die IHK ist darüber hinaus erste Adresse für Unternehmer, die auf technologieorientierten Gebieten arbeiten. Sie unterhält eine Technologiebörse, gibt monatlich als elektronischen Newsletter „Innovationsnachrichten“ heraus, informiert über Förderprogramme im FuE-Bereich und vermittelt erforderliche Kontakte. Hierbei arbeitet sie mit regionalen und überregionalen Partnern zusammen.
Dr. Jürgen Andrick, Geschäftsführer Innovation und Umwelt, IHK Halle-Dessau
Tel.: 0345 2126 266