20.12.2018    

Zukunftsweisendes Projekt aus der TREA

Dunkelheit liegt noch über Merseburg. Doch an der Bundesstraße 91 zur TREA in Leuna bildet sich schon eine Lkw-Schlange.

Punkt sechs Uhr gehen die Schranken hoch, die ersten Brummis rollen auf das Gelände der Thermischen Restabfallbehandlungs- und Energieerzeugungsanlage. Nach der Prüfung der Begleitpapiere und dem Wiegen geht es zügig an eines der vier Bunkertore. Es ist nur Minutensache, bis die Abfallmenge abgeladen ist. "Im Schnitt bekommen wir von Montag bis Freitag rund 1.700 Tonnen Abfall pro Tag", erklärt Dr. Michael Hofmann, der im Unternehmen seit 2010 Geschäftsführer ist. In der Zeit von sechs bis 22 Uhr passieren täglich bis zu 150 Lkw das TREA-Gelände. Aufgenommen wird Industrie- und Gewerbeabfall, sowie kommunaler Hausmüll aus Mitteldeutschland. Unglaubliche 20.000 Kubikmeter fasst der Abfallbunker, der nie leer zu werden scheint.

In zwei Linien, die erste wurde 2005 in Betrieb genommen, die zweite 2007, wird der Abfall thermisch behandelt. Sprich, so erklärt der Geschäftsführer, es entsteht Frischdampf. In der Stunde sind das immerhin 180 Tonnen. "Damit können Turbinen angetrieben werden und sowohl Strom als auch Prozessdampf erzeugt werden", sagt der 58-Jährige. Die MVV Umwelt hatte sich beim Neubau der TREA einst bewusst für den Chemiestandort Leuna entschieden. Die große Industriedichte versprach ein guter Abnehmer der aus dem Abfall erzeugten Energie zu sein. Dampf und Strom werde an die InfraLeuna geliefert - die versorge dann den gesamten Standort. "Wir sind sehr gut ausgelastet", bilanziert Dr. Hofmann. Mehr noch: Ab dem kommenden Jahr wird aus der thermischen Restabfallbehandlungs- und Energieerzeugungsanlage zusätzlich gewonnene Wärme für die Fernwärmeversorgung der Stadtwerke Merseburg, mit der eine Kooperation besteht, genutzt. "Dadurch kann dort auf einen Großteil der fossilen Energiequellen verzichtet werden. Ab 2020 speisen wir etwa 50 Millionen Kilowattstunden/Jahr an umweltfreundlicher Wärme in das Stadtwerke-Netz ein", erklärt D. Hofmann - und dies ohne Abstriche an der sonstigen Leistung. Das "Zusatzprodukt" konnte durch technische Optimierungen erzielt werden und entspricht etwa der Hälfte des jährlichen Fernwärmebedarfs der Stadtwerke Merseburgs. PW