12.07.2018    

Werksärztlicher Dienst am Chemiestandort Leuna

Der Werksärztliche Dienst am Chemiestandort Leuna ist fast genauso alt wie der Standort selbst. Bereits 1917/18 entstand eine Ambulanz, die dann im Jahr 1924 ihren Standort in das heutige Gesundheitszentrum verlagerte, wo der heutige Werksärztliche Dienst der InfraLeuna GmbH seinen Sitz hat.

Das Team des Werksärztlichen Dienstes

Neue Chefin mit neuem Service
Heute arbeiten hier unter Leitung von Dr. Josephine Reeg, Fachärztin für Arbeitsmedizin, Allgemein-, Notfall und Reisemedizin, die Medizinerinnen Susanne Semlin und Brita Meyer sowie sechs Mitarbeiterinnen. Dr. Reeg übernahm im Januar die Leitung und zeigt stolz die Einrichtung: Rund 300 Quadratmeter groß ist ihr medizinisches Reich, in dem sich neben Behandlungsräumen, Arztarbeitszimmern auch ein Labor und die Funktionsdiagnostik befinden. Betreut werden hier nicht nur die Mitarbeiter des Chemiestandortes, wie die 50-Jährige betont. Zu den Kunden gehören auch die Stadtverwaltung Leuna, Pflegeheime, Kindereinrichtungen und mittelständische Firmen der Region.

Mit der neuen Leitung erweiterte sich auch das Leistungsspektrum im Werksärztlichen Dienst. Dazu gehört beispielsweise die reisemedizinische Untersuchung. Die Mediziner überprüfen dabei den Impfstatus, geben Auskunft über notwendige Impfungen und führen alle Impfungen incl. Gelbfieberimpfung durch. Ein wichtiger Bestandteil ist auch die Malaria- sowie die Thromboseprophylaxe. Die Interessenten bekommen Tipps für die medizinische Versorgung im Reiseland und zur Ernährung am Urlaubsort. "Ich denke, das ist ein wichtiges Rundumpaket, das wir den beruflich wie auch privat Verreisenden bieten", schildert Dr. Reeg, die den Service gemeinsam mit Simone Zimmermann, MTA für Funktionsdiagnostik, durchführt. "Das Angebot kostet 25 Euro/15 min Beratungszeit – Impfstoffkosten werden extra berechnet. Es bietet den Vorteil, dass künftige Urlauber dafür nicht mehr nach Halle oder Leipzig in entsprechende Gesundheitszentren fahren müssen", betont die MTA. Viele der Krankenkassen übernehmen den Betrag.

Rund 10.000 Untersuchungen im Jahr
Neu im Servicepaket ist auch ein Reanimationskurs für Laien und Ersthelfer sowie ein Modul zur Handhygiene und -pflege. Unter Schwarzlicht kann dabei kontrolliert werden, ob die Hände richtig gewaschen oder eingecremt wurden. Sportler dürften sich von einem Sportcheck angesprochen fühlen. Angedacht ist er für Wettkampfsportler, aber auch für all jene, die sich neu sportlich betätigen wollen. Etwa eine Stunde lang werden die Probanden auf Herz und Nieren untersucht. Der Sportcheck kostet ca. 80 Euro.

Wer zum Werksärztlichen Dienst kommt, ist im Allgemeinen gesund und lässt sich vorsorglich untersuchen. Etwa 20 bis 30 Probanden seien es täglich. Fast 10.000 Untersuchungen nach den Grundsätzen der DGUV (Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung) bewältigt das Team um Dr. Josephine Reeg im Jahr. Im Vordergrund stehen dabei Untersuchungen nach der Strahlenschutzverordnung und der Gefahrstoffverordnung, aber auch die Kontrolle zur Arbeitszeit, der Schwere der Arbeit, Hitze, Kälte, Licht und organisatorische Abläufe. Beklagte die Arbeitsmedizin noch vor Jahrzehnten in der chemischen Industrie die Umweltbelastung sowie Unfälle durch Verbrennungen und Vergiftungen, habe sich das Krankheitsbild extrem verändert. "Die Unternehmen haben ein hohes Umweltbewusstsein und achten auf Arbeitssicherheit. Heute sind eher Muskeln und das Skelett in Mitleidenschaft gezogen. Danach beklagen wir häufig psychische Beeinträchtigungen", so Dr. Reeg, die mit ihrem Team mindestens einmal, mitunter sogar dreimal in der Woche in den Unternehmen ist. PW