29.05.2018    

Werben um den Nachwuchs

Girls’ & Boys’ Day in Leuna. Drei Unternehmen haben sich zusammengetan und zeigen jungen Leuten, welche Perspektiven in der Chemie auf sie warten.

Foto: Lisa Heckert, BAL

Sie wirken fast andächtig, die 44 Schüler, die am 26. April gegen 9 Uhr im BIZ ankommen, dem Besucherinformationszentrum des Chemiestandorts Leuna. Großes Staunen: Im BIZ sind viele Bilder und Exponate aus der über 100-jährigen Geschichte des 1916 gegründeten Standorts ausgestellt.

Wenig später wird es ruhig: Aufmerksam lauscht die Gruppe aus den Klassenstufen 7 bis 10, aber auch ein Fünftklässler ist dabei, je zur Hälfte Jungen und Mädchen, dem Vortrag von Eric Börner. Der Mitarbeiter aus der Personalabteilung der InfraLeuna GmbH, Eigentümer und Betreiber der Infrastruktureinrichtungen am Chemiestandort, führt einen Film über den Chemiepark und dessen Firmen vor, spricht von den sieben Berufsbildern, in denen die InfraLeuna GmbH jährlich ausbildet. Chemikanten etwa oder Chemielaboranten, Fachkraft für Schutz und Sicherheit, aber auch Eisenbahner im Betriebsdienst. Denn die InfraLeuna GmbH ist auch ein Eisenbahnverkehrsunternehmen und transportiert Rohstoffe sowie fertige Produkte zum Chemiestandort bzw. zu den jeweiligen Kunden.

Eric Börner erläutert Bewerbungsmodalitäten, wirbt für Praktika, beantwortet Fragen. Es ist wie jedes Jahr im April Girls´ & Boys´ Day. Die jungen Leute aus der Region möchten sich umschauen, wollen Orientierung darüber, wo und als was sie später einmal arbeiten könnten. Die drei Unternehmen InfraLeuna GmbH, die Bildungsakademie Leuna und die Total Raffinerie Mitteldeutschland GmbH haben sich deshalb zusammengetan, um den Jugendlichen einen guten Einblick in die Berufe zu geben, die in der Chemieindustrie gebraucht werden. Nach dem Vortrag wird die Aufregung größer, denn nun geht es mit dem Bus auf Tour durch den Chemiestandort. Bei der Rundfahrt zeigt Eric Börner ihnen die ansässigen Chemieunternehmen und die Infrastruktur der InfraLeuna GmbH.

Anschließend geht es mit dem Bus zur unweit gelegenen Bildungsakademie Leuna (BAL). Das Bildungsunternehmen, das gerade seinen 25. Geburtstag gefeiert hat, übernimmt in der betrieblichen Erstausbildung den berufspraktischen Teil. BAL-Marketingleiter Matthias Engel und seine Kollegin Lisa Heckert zeigen den Jugendlichen die modernen Ausbildungskabinette für Chemikanten und Laboranten, die Werkstätten für Mechatroniker, Elektroniker und Mechaniker. Aber auch in kaufmännischen Berufen wird hier ausgebildet.

Zum Abschluss des Tages fahren die Schüler noch zur Total Raffinerie Mitteldeutschland GmbH, die jährlich bis zu 12 Millionen Tonnen Erdöl zu Kraftstoffen, Heizöl und Rohstoffen für die chemische Industrie verarbeitet. Nach dem Mittagessen erfahren sie, wieder durch eine Busrundfahrt, welche Arbeiten hier verrichtet werden und welche Ausbildungs-möglichkeiten sich bieten. Ihnen wird beispielsweise erklärt, wofür die zentrale Messwarte gebraucht wird oder wozu die Sicherheitsfackel dient.

So beladen mit Informationen geht’s zum letzten Termin an diesem Tag: Jana Spittka, Personalreferentin bei der Total Raffinerie Mitteldeutschland GmbH und zuständig für Ausbildungsangelegenheiten, zeigt den Jugendlichen auf, welche Berufe man in der Raffinerie erlernen kann, zum Beispiel Chemikant. Ein rundum gelungener Tag für die jungen Leute. Gut vorstellbar, dass einige der Schüler sich in ein paar Jahren dafür entscheiden, als Auszubildende nach Leuna zurückzukommen.