12.02.2020    

Weitere Facharbeiter für Leuna

BAL spricht 81 Azubis frei - Weiterführung PINK noch unklar

Wie immer ist die Aufregung der jungen Leute vor der Freisprechung durch die Bildungsakademie Leuna (BAL) groß. Und wie immer wirken sie nach dem Termin, mit dem Facharbeiterzeugnis in der Hand, gleich ein ganzes Stück erwachsener. Am 31. Januar 2020 sind im Carl-Bosch-Saal des cCe Kulturhauses Leuna insgesamt 81 Azubis aus 45 Unternehmen freigesprochen worden. Viele der Chemikanten, Chemielaboranten, Mechatroniker, Elektroniker für Betriebs- oder Automatisierungstechnik, Industrie-, Anlagen- und Zerspanungsmechaniker starten gleich in den nächsten Tagen ins reguläre Berufsleben. Und treffen dort auf die 15 ehemaligen Mitlehrlinge des Jahrgangs 2016, die schon im Sommer 2019 vorzeitig ausgelernt haben.

„Alle Azubis des Jahrgangs haben ihre Abschlussprüfungen bestanden, die meisten der jungen Leute haben einen Arbeitsvertrag in der Tasche“, berichtet BAL-Marketingleiter Matthias Engel. Einige von ihnen wird er in den nächsten Jahren in Sachen Weiterbildung wiedertreffen.

Technikerausbildung beginnt im März
Denn die Bildungsakademie und die Interessengemeinschaft Bildung Leuna-Merseburg (IBLM) bieten beste Voraussetzungen für diejenigen, die sich neben ihrer beruflichen Tätigkeit vor Ort qualifizieren wollen. Etwa in der schweißtechnischen Kursstätte, der Meister- oder der Technikerschule. „Am 2. März startet die Technikerschule, einige Plätze sind noch frei“, sagt Engel. Das vier Jahre dauernde berufsbegleitende Studium bereitet mit dem Abschluss als „Staatlich geprüfter Techniker“ für Chemietechnik oder Elektrotechnik - inklusive der Fachhochschulreife als Zugangsberechtigung für ein Fachschulstudium - einen perfekten Einstieg in den beruflichen Aufstieg. Gerade auch im Hinblick auf aktuelle Herausforderungen wie Fachkräftemangel und Digitalisierung.

BAL sieht sich bei Unternehmen in der Pflicht
Für die richtige Berufswahlentscheidung und den Ausbildungserfolg erweist sich laut BAL-Geschäftsführer Steffen Staake immer mehr eine kontinuierliche Berufsvorbereitung – wie etwa mit dem Projekt PINK (praxisnah, individuell, nachhaltig, konkret) beim Partner IBLM und Arbeit und Leben, gestützt durch das EU-Projekt RÜMSA und Landesmitteln, um zum Beispiel Lehrabbrüche zu vermeiden, die in Sachsen-Anhalt mit über 30 Prozent ein großes Ausmaß angenommen haben.

„So konnten wir seit September 2017 mit PINK bislang 1.700 Schüler der 8. und 9. Klasse aus sechs Schulen der Region in den Werkstätten, Laboren und Kabinetten 14-tägig mit Praxisarbeiten an das Berufsleben heranführen. Die Finanzierung des Projekts ist nach wie vor unzureichend“ berichtet Staake, man arbeite aber hart daran, diese wichtige Arbeit nicht wegen Geldmangels einstellen zu müssen. „Wir sehen es als unsere Pflicht, die Unternehmen bei der Nachwuchsgewinnung zu unterstützen.“