09.02.2018    

Staffelstab an junge Generation übergeben

Mit dem Jahreswechsel hat die AVI Gesellschaft für Automatisierung in Verwaltung und Industrie einen Wechsel an der Spitze der Leunaer Niederlassung vollzogen. Hans-Peter Graul, der mehr als vier Jahrzehnte am Standort arbeitete, übergab die Geschäfte an Matthias Piehler.

Ins kalte Wasser wird der 42-Jährige nicht gestoßen, versichert Geschäftsführer Frank Seifert. Piehler sind die Abläufe von AVI vertraut, arbeitet er doch bereits seit 2006 im Unternehmen. Außerdem steht ihm der 65-jährige Hans-Peter Graul noch einige Monate unterstützend zur Seite.

Einhelliges Ja zu Leuna
Die Ingenieurtechnik, in der Graul beschäftigt war, wurde nach der Wende ziemlich schnell ausgegliedert. Schließlich kam die kleine Mannschaft unter die Leitung von Thyssen Krupp. "Doch trotz guter Auftragslage, standen wir vor dem Aus", so Graul. Das war im Herbst 2004 und so ergriff er die Initiative und rief bei AVI in Hoyerswerda an. „Ich kannte die Mitarbeiter schon lange und hatte Vertrauen. So fragte ich ganz einfach, ob die Firma uns übernimmt.“ Geschäftsführer Frank Seifert, der gemeinsam mit Mirko Wittek, das Unternehmen leitet, schmunzelt. "Ich wusste erfahrene Leute in Leuna. Und wir hatten mit einer Niederlassung in Leuna die geballte Automatisierungstechnik vor Ort. Natürlich war das eine Chance, als Unternehmen den Fuß in die Tür des Leunaer Chemieparks zu bekommen." So begann die Niederlassung in Leuna 2005 mit zwei Mitarbeitern.

Nunmehr im 14. Jahr arbeiten im Leunaer Projektierungsbüro fünf Mitarbeiter. Den Fuß in die Tür haben sie längst bekommen. AVI steht für komplexe sowie höherwertige Automatisierungslösungen, und dies in vielen Branchen. "Unser Vorteil ist, dass wir nicht spezialisiert, sondern ziemlich breit aufgestellt sind", erläutert Graul ein Geheimnis des Erfolges der Ingenieure. So werden ihre Leistungen in der Abfallverwertung, dem Bergbau, in Kraftwerken, der Lebensmittelindustrie oder dem Maschinenbau und der Metallurgie ebenso geschätzt wie in der chemischen Industrie. In mehreren Leunaer Unternehmen hat die AVI GmbH ihre Visitenkarte bereits mit hochklassigen Projekten hinterlegt. So haben die Ingenieure die Automatisierung beispielsweise einer Härteranlage für die LEUNA-Harze GmbH projektiert. In der TOTAL Raffinerie Mitteldeutschland wie auch bei Innospec wurden durch AVI Schaltschränke erneuert. Die Erweiterung bei der MinAscent Leuna Produktion GmbH lief nicht ohne AVI. Zudem wurden Projekte bei der InfraLeuna sowie bei Addinol erfolgreich umgesetzt.

Automatisierung Hand in Hand mit IT
Vorhaben für 2018 gibt es einige, kündigt der neue Niederlassungsleiter an. "Der Wirtschaft geht es gut. Die Unternehmen investieren wieder. Davon profitieren wir. Ich denke, wir werden gut zu tun haben", schätzt Piehler ein. Die Herausforderung jedoch sei, nicht die alte Technik flott zu machen und zu erneuern, sondern dafür Sorge zu tragen, dass die Automatisierung in die IT hinüberwächst. Frank Seifert erklärt, was bei AVI darunter zu verstehen ist: "Die Optik von Apple ist allgegenwärtig, zumindest für viele im privaten Bereich. Da geht es um Apps, um schicke Benutzeroberflächen und intuitive Bedienung über einen Fingerwisch. In der Industrie und hier gerade in der chemischen Industrie dominieren noch immer die störungssicheren, aber leider wenig intuitiven Systeme der Automatisierung. Das ist schon ziemlich konservativ. Diese Lücke ist für uns ein zukunftsweisendes Thema. Wir bringen die allerhöchste Verfügbarkeit der Maschinen- und Produktionssteuerung zusammen mit intuitiver Bedienung und modernen Benutzeroberflächen." Gerade in den neuen Bundesländern seien viele Betriebe gut durchautomatisiert. AVI will mit dem Fachwissen der rund 50 Mitarbeiter in die Schnittstelle zwischen automatisierter Produktion und oft noch nicht automatisierter Verwaltung eingreifen. „Nehmen Sie beispielsweise ein Unternehmen, das sehr kleine Losgrößen fertigt. Das geht oft automatisch bis zur Fertigstellung. Und dann läuft der Arbeiter mit Zettel und Stift in die Buchhaltung, damit von dort die Abrechnung gemacht werden kann.“ Die Verknüpfung der Produktion mit einer Verwaltungs- und Abrechnungssoftware ist eine weitere Kernkompetenz, die die AVI GmbH mitbringt. "Da sind wir weiter als manche andere", fügt Matthias Piehler stolz hinzu.

Bei der nächsten Messe Leuna-Dialog wird die AVI wieder präsent sein. Die Messebesucher haben dort die Möglichkeit, sich im direkten Kontakt vom Know-how des Unternehmens zu überzeugen. PW