17.05.2019    

Schnuppern in Chemieunternehmen

Zukunftstag am Chemiestandort Leuna mit großer Resonanz

Aufmerksam verfolgen die Jugendlichen im BIZ Leuna die Präsentation über die Berufsmöglichkeiten bei der InfraLeuna. Fotos: Petra Wozny

Fast 50 Mädchen und Jungen aus Sekundarschulen der Region beteiligten sich am traditionellen Zukunftstag, um hautnah einmal Chemieluft in Leuna zu schnuppern. Die meisten waren zum ersten Mal auf einem Firmengelände und echt gespannt, was an so einem "Girls‘ and Boys‘ Day" so abgeht, wie einige verrieten.

Die TOTAL Raffinerie, die BAL sowie die InfraLeuna samt Busfahrten über das Gelände sollten schließlich auf dem "Stundenplan" stehen. Der Zukunftstag wird immer attraktiver bei den Jugendlichen, um sich einen groben Überblick über die Produktion vor Ort und eine mögliche Berufswahl zu machen. Zu diesem Schluss kamen Eric Börner, Mitarbeiter im Bereich Personal der InfraLeuna, und Matthias Engel, Marketingleiter der BAL. Es gebe lange Wartelisten. "Wir waren sogar schon drei Wochen vor dem eigentlichen Termin ausgebucht", ist von Börner zu hören.

Messen, aber auch der Zugriff auf die sozialen Netzwerke würden die Chemieregion deutlich besser bei den Jugendlichen bekannt machen. Zudem, so bemerkten die Fachleute vor Ort, sei das Image der Chemie heute ein deutlich attraktiveres als noch vor zehn Jahren. Logisch also, dass die Raffinerie, die BAL und auch die InfraLeuna sich am Zukunftstag über den großen Zuspruch der Girls und Boys freuten. Immerhin waren unter den Teilnehmern 15 Mitarbeiterkinder der TOTAL Raffinerie und acht der InfraLeuna.

Den wohl weitesten Weg hatte Rick Scharfe aus dem über 60 Kilometer entfernten Sangerhausen auf sich genommen. "Bei uns gibt es so gut wie nichts an Industrie. Da schaut man schon über den Tellerrand", berichtet sein Vater Thomas, der sich mit seinem Sohn über das Internet zum Zukunftstag informiert hatte. Rick ist jetzt in der achten Klasse. "Im Durchschnitt stehe ich auf Drei. In den naturwissenschaftlichen Fächern peile ich aber die Eins an", beschreibt er seine Lernerfolge, die nun offensichtlich auch dazu führen, dass er den Beruf eines Chemikanten erlernen möchte. In seiner Klasse lernen 16 Schüler. Zwei hätten schon konkrete Vorstellungen, was sie mal werden wollen. Das untermauert Teresa Stübner, die in der TOTAL Raffinerie in der Personalabteilung für die Azubis zuständig ist. "Wir werden im neuen Ausbildungsjahr beispielsweise 15 bis 17 Chemikanten ausbilden. Für diese Plätze haben wir per Ende März bereits 14 Ausbildungsverträge unterschrieben zurück" sagt sie lachend.