03.01.2018    

Eine weitere Anlage zur Grundwasserreinigung ist in Betrieb gegangen

Nach einer Bauzeit von rund 4 Monaten ist im November am Chemiestandort Leuna im Saalekreis eine zweite Anlage zur Reinigung von kontaminiertem Grundwasser mittels eines naturnahen Verfahrens in Betrieb genommen worden.

Damit können rund 480 Kubikmeter Grundwasser pro Tag von gefährlichen Schadstoffen wie Benzol und Methyl-tert-butylether (MTBE) befreit werden. Die Belastungen sind eine Hinterlassenschaft der früheren Benzinherstellung in der Alten Raffinerie. „Die erfolgreiche Anwendung des vom Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) speziell entwickelten Reinigungsverfahrens entlastet das Grundwasser im Einzugsgebiet von gefährlichen Umweltbeeinträchtigungen und ist zugleich ein Meilenstein bei der nachhaltigen Sanierung ökologischer Altlasten am Industriestandort Leuna“, sagte Umweltstaatssekretär Klaus Rehda bei der Inbetriebnahme. Dabei wird das kontaminierte sauerstoffarme Grundwasser nach dem Prinzip eines Vertikal-Bodenfilters in abgegrenzte sauerstoffreiche Bereiche geleitet. Dadurch kann der biologische und chemische Abbau der Schadstoffe erheblich beschleunigt werden. Die Benzol- und MTBE-Konzentration im Grundwasser wird durch die naturnahe Reinigung bis unter die für Trinkwasser geltenden Grenzwerte verringert.

„Neben seinem ganz praktischen Nutzen steht dieses Projekt auch für die erfolgreiche Überführung wissenschaftlicher Erkenntnisse und ist damit auch über Sachsen-Anhalt hinaus von Bedeutung“, betonte der Staatssekretär. Die nun in Betrieb genommene Anlage ist bereits die zweite dieses Typs im Ökologischen Großprojekt (ÖGP) Leuna. Am 5. Juni 2014 konnte die erste Anlage dieser Art in Betrieb genommen werden. Dort können bis zu 600 Kubikmeter Grundwasser pro Tag behandelt werden. Aufgrund der positiven Erfahrungen aus dem mehr als dreijährigen Dauerbetrieb der ersten Behandlungsanlage wurde der Bau der zweiten Anlage geplant und umgesetzt. Das Land hat insgesamt 2,75 Millionen Euro in die Errichtung der zwei Anlagen investiert.

Bislang haben das Land und der Bund mehr als 88,5 Millionen Euro allein in die Altlastensanierung im ÖGP Leuna investiert. Die langfristige, nachhaltige Sanierung des Grundwassers ist ein besonderer Schwerpunkt in der Altlastensanierung. Die enge Zusammenarbeit der am ökologischen Großprojekt Leuna beteiligten Partner und der ansässigen Unternehmen am Standort trägt dazu bei, neben einer nachhaltigen Sanierung der vorhandenen Altlasten günstige Bedingungen für weitere Investitionen und Ansiedlungen zu schaffen. Inzwischen sind hier mehr als 100 Unternehmen vertreten, die erfolgreich am Markt tätig sind und mehr als 10.000 Menschen sichere Arbeitsplätze bieten.