18.03.2020    

Lautlos und schadstofffrei

Stadt Leuna stellt E-Autos in den Dienst

"Es fährt sich richtig gut", schätzt Andreas Ohse die Qualität des nagelneuen Nissan eNV-200 ein. Der Mitarbeiter des Bauhofes der Verwaltungsgemeinschaft Leuna-Kötzschau lenkt seit neuestem ein Elektroauto. Auch der Fuhrpark des Rathauses von Leuna wurde mit einem Nissan Leaf ausgestattet. Im Pool der Fahrzeugflotte der Verwaltung stehen 94 Autos. Die zwei jüngsten Fahrzeuge sind keine zusätzliche Anschaffung, wie Bürgermeisterin Dr. Dietlind Hagenau betont. Für beide Elektroautos werden zwei kraftstoffbetriebene ausrangiert. Die Elektrofahrzeuge haben zusammen rund 69.000 Euro gekostet. Davon werden rund 22.000 Euro vom Bund gefördert.

Die Anschaffung der Elektroautos als auch eines E-Fahrrades erfolgte im Rahmen der Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes der Stadt Leuna. "Wir sehen in der Elektromobilität einen Baustein für die Lösung der Mobilitätswende und wollen als Kommune die Voraussetzungen dafür schaffen", betont die Bürgermeisterin.

Beide Fahrzeuge haben eine Reichweite von rund 300 Kilometern pro Batterieladung, wie Klimaschutzmanager Dr. André Wüste erklärt. "Für den überwiegenden Teil der Dienstfahrzeiten ist das vollkommen ausreichend", betont er. Insbesondere für kurze Fahrstrecken zwischen fünf bis zehn Kilometer mit vielen Zwischenstopps, wie es auf dem Bauhof der Fall ist, seien E-Autos besser geeignet als Diesel oder Benziner. Hinzu kämen weniger Wartungskosten und der Einsatz sauberen Stromes, der in diesem Fall über eine Solaranlage für den Bauhof geliefert wird. Das Bauhoffahrzeug ist täglich etwa 60 Kilometer im Einsatz. In der Nacht wird es bestromt.

Zum Einsatz der fast lautlos daher rollenden E-Autos gehören natürlich auch Ladestationen. Gemeinsam mit dem Energieversorger enviaM hat Leuna im Dezember eine neue Säule vis a vis des Gesundheitszentrums aufgestellt - eine weitere folgt in den kommenden Wochen im Bereich der Schwimmhalle. Im Einkaufszentrum Nova wird durch enviaM ein ganzer Ladesäulenpark betrieben, der eine Schnellladesäule mit je drei Ladepunkten sowie fünf Normalladesäulen mit je zwei Ladepunkten umfasst. So können insgesamt 13 Fahrzeuge gleichzeitig geladen werden. Für den Betrieb hat die enviaM eine eigene Transformatorstation errichtet, die aktuell Kapazitäten für 20 weitere Ladesäulen bietet. Auch am benachbarten schwedischen Möbelhaus können E-Autos "aufgetankt" werden.

Weitere geeignete Standorte für die Ladeinfrastruktur werden derzeit in einem Elektromobilitätskonzept der Kommune erarbeitet, berichtet Bauamtsleiter Silvio Lämmerhirt. In der Stadt Leuna sind derzeit acht Elektroautos beim Straßenverkehrsamt angemeldet, im Landkreis sind es zirka 120 , hinzu kommen rund 1000 Hybrid-Fahrzeuge. PW