26.10.2017    

Innospec unterstützt junge Flüchtlinge aktiv bei ihrer Integration

„Wir haben den ersten Flüchtling, einen jungen Ingenieur aus Syrien, eingestellt, zwei weitere befinden sich in unterschiedlichen betrieblichen Qualifizierungsmaßnahmen und ein ausländischer Student von der Hochschule absolviert derzeit sein Praktikum bei uns“, erzählt Elke Steingraf, Personalleiterin der Innospec Leuna GmbH, erfreut und auch ein wenig stolz.

Am 1. August konnte ein 36-jähriger Libyer seine Ausbildung zum Industriemechaniker bei der Innospec Leuna beginnen. Zuvor hatte er im letzten Jahr Sprachkurse und eine Einstiegsqualifizierung im Unternehmen absolviert. Dabei lernte er auch die Innospec Leuna kennen und die „Chemie stimmte“ zwischen dem Flüchtling aus Libyen und dem Unternehmen, so dass er nun mit der Berufsausbildung starten konnte. Eine Grundvoraussetzung dafür ist das Erlernen der deutschen Sprache, sowohl mündlich aber auch in Schriftform, was weit schwieriger ist. „Die Kollegen aus der Instandhaltung stehen ihm gern zur Seite und helfen, wo sie können. Wir haben mit ihm gemeinsam die Formulare ausgefüllt, damit er ausbildungsbegleitende Unterstützung erhält. Die Flüchtlinge brauchen unsere Hilfe, damit sie die bürokratischen Hürden überwinden können, um die Ausbildung auch erfolgreich zum Abschluss zu bringen“, weiß die Personalleiterin.

Ein weiterer Flüchtling, ein unbegleiteter Jugendlicher aus Afghanistan, begann am 1. August im Leunaer Chemieunternehmen Innospec seine berufliche Einstiegsqualifizierung. Auch hier steht das Ziel, im Sommer nächsten Jahres mit einer Ausbildung zu beginnen. Innospec hat traditionell eine hohe Ausbildungsquote mit vielfältigen Ausbildungswegen. „Darüber erhalten wir die Mitarbeiter, die zu uns passen und haben keinerlei Nachwuchssorgen“, erklärt Frau Steingraf. Doch ein einfacher Weg war es für Elke Steingraf nicht, die jungen Migranten einzustellen. „Das Hauptproblem war: Wie findet man die geeigneten Flüchtlinge“, erzählt sie. Die Nachfrage bei den Ämtern, wie z. B. beim Jobcenter war noch nicht zielführend. Erst durch Kontakte mit der Hochschule Merseburg und der Bildungsakademie Leuna wurde Elke Steingraf fündig. Mit der Einstiegsqualifizierung erhält nun ein junger Mann aus Afghanistan die Möglichkeit, sowohl den Betrieb als auch die zu verrichtenden Tätigkeiten kennenzulernen.

Aber auch die Innospec-Mitarbeiter lernen während der Qualifizierung den ausländischen Mitarbeiter intensiver kennen. „Wir gehen das Problem an, denn schließlich kann Integration nur durch MitArbeit erfolgen. Es macht wenig Sinn, dass wir hier angekommene Flüchtlinge nur über unsere Abgaben-finanzierten Sozialsysteme durchfüttern. Die meisten wollen übrigens auch lieber arbeiten, als ihre Zeit tatenlos in den Unterkünften abzusitzen. Doch für die Arbeitsvermittlung fehlen in Deutschland noch die geeigneten Initiativen, Anreize und Instrumente“, macht Geschäftsführer Dietrich von der Wense auf das Problem aufmerksam. „Es ist eine schöne Aufgabe, die viel Flexibilität und Einsatzbereitschaft verlangt“, ergänzt Elke Steingraf.