13.05.2020    

Hauptsache Hygiene

Wie die Mitarbeiter des Bereiches Kulturhaus der InfraLeuna Dienstleistungs GmbH (ILD) für ausreichend Desinfektionsmittel am Chemiestandort sorgen.

Wegen der strengen Hygiene-Kontrollen kann es bei der Einfahrt zum Chemiestandort zu Verzögerungen kommen. Foto: Tilo Krippendorf

Steffen Duszynski setzt seine Atemschutzmaske auf und befüllt einen Kanister im cCe Kulturhaus Leuna mit Wasser. Dann pumpt er noch zwei Hübe eines hochkonzentrierten Desinfektionsmittels in den Behälter – so ist das richtige Verhältnis erreicht. Es ist ein Mittel zur Flächendesinfektion, das an wichtigen Punkten des Chemiestandortes die Ausbreitung des Corona-Virus eindämmen soll. Telefonhörer, Handläufe, Handys – eine Schmierinfektion ist an vielen Stellen möglich. Duszynski ist wie seine beiden Kollegen der ILD derzeit im täglichen Kampf gegen das Corona-Virus am Chemiestandort Leuna. Die Mitarbeiter sind damit ein wichtiger Teil des Hygiene-Teams am Standort geworden. Das Leuna-Echo hat sie einige Stunden bei ihrer Arbeit begleitet.

Normalerweise kümmern sich Steffen Duszynski, Guido Hoffmann und Torsten Stoebel darum, dass bei den Veranstaltungen oder bei der Standortmesse im Kulturhaus alles nach Plan läuft. Sie sind verantwortlich für die Technik und die Durchführung von Veranstaltungen bei der InfraLeuna-Tochter. Doch normal ist derzeit nichts. Alle Veranstaltungen im April sind abgesagt oder verschoben worden, das Kulturhaus steht leer. So kommt es, dass die drei Männer jeden Morgen bei der Lagebesprechung des werksärztlichen Dienstes teilnehmen und dann regelmäßig neue Kanister mit Desinfektionslösung im Kulturhaus anmischen. Torsten Stoebel schnappt sich die frisch befüllten Kanister und erklärt: „Wir sprechen morgens ab, was wo gebraucht wird. Gerade an den Toren 1 und 6 ist ja immer viel los. Dort müssen wir täglich hin.“

Die Jagd auf Eimer
Denn logistische Aufgaben übernehmen sie weiterhin. Mehrmals täglich fahren die Männer mit dem ILD-Transporter über den Standort, so auch an diesem Tag. Sie liefern das Desinfektionsmittel aus, stellen Tücher-Boxen zur Oberflächendesinfektion her, sammeln leere Behälter wieder ein oder verteilen auch neu eintreffende Schutzausrüstung wie Handschuhe. Wenn zwischendurch das Telefon klingelt und sich beispielsweise die Analytik der InfraLeuna Nachschub ordert, sind sie zur Stelle.

Heute geht es zunächst zur Firma MinAscent um neues Desinfektionsmittel-Konzentrat abzuholen. Guido Hoffmann erklärt beim Beladen des Transporters: „Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Bereichen hat sich wirklich gut eingespielt. Am Anfang wurden wir von den Mitarbeitern teilweise noch belächelt, doch das hat sich gegeben. Der Ernst der Lage ist inzwischen bei allen angekommen. “ Dabei hat das Hygieneteam zeitweise mit einfachen aber schwerwiegenden Problemen zu tun. So fehlten beispielsweise Eimer, die man als Desinfektionstuch-Spender benutzen kann. Lieferanten winkten ab, auch ein Besuch bei der Werkfeuerwehr brachte keinen schnellen Erfolg. In Corona-Zeiten ist auch Improvisation gefragt – große Behälter aus der Gastronomie entpuppten sich bei der Eimer-Jagd schließlich als einfachste und praktikabelste Lösung.

Beim Abstecher zur Werkfeuerwehr erläutert Feuerwehrmann Oliver Kobsch die tägliche Routine: „Wir desinfizieren jetzt jeden Tag die komplette Feuerwache und alle Fahrzeuge.“ Viel Desinfektionsmittel wird also auch dort gebraucht – die Kollegen vom cCe Kulturhaus sind bei den Feuerwehrleuten inzwischen gut bekannt und gern gesehen. Ein positiver Nebeneffekt der Corona-Krise: die Mitarbeiter am Standort halten fester zusammen, es entwickelt sich ein noch stärkeres Gemeinschaftsgefühl.

Kontrollen zeigen Wirkung
Von der Feuerwache aus geht es für Guido Hoffmann und Torsten Stoebel weiter zum Tor 6. Hier gelten angesichts des vielen Verkehrs strenge Hygiene-Maßnahmen. Desinfektionsmittel ist gerne gesehen. Wolfgang Stephan, der Leiter des Werkschutzes erklärt: „Wir desinfizieren hier jetzt beispielsweise jeden Tag die Laufkarten, die die Lkw-Fahrer bekommen. Die Karten kommen in ein Bad aus Desinfektionslösung.“ Stephan berichtet von anderen Auswirkungen der strengen Corona-Kontrollen. Da bei jedem Besucher des Standorts Fieber gemessen wird und auch die Schalter-Kapazitäten eingeschränkt worden sind, heißt es oft warten. „Wir haben inzwischen auch Fragebögen in einem Dutzend Sprachen verfasst, die die Besucher ausfüllen müssen“, so Stephan. Die Hygiene-Kontrollen zeigen Wirkung: Bisher konnte eine Ausbreitung des Corona-Virus am Chemiestandort Leuna verhindert werden. Damit das so bleibt, sind Steffen Duszynski, Guido Hoffmann und Torsten Stoebel weiterhin jeden Tag unterwegs und sorgen dafür, dass die Desinfektionsmittel nicht ausgehen.