28.02.2019    

Frank Hesselbarth wird vom Innenminister hoch geehrt

Frank Hesselbarth macht wirklich keinen traurigen Eindruck. Er strahlt, scherzt und lacht – und das am Tag, wo er der Werkfeuerwehr der InfraLeuna endgültig adé sagt.

Dr. Christof Günther, Holger Stahlknecht, Frank Hesselbarth und Dr. Dietlind Hagenau (von links). Foto: Petra Wozny

"Vielleicht kommt die eine oder andere Träne noch, aber ich bin guter Dinge und konnte mich lange genug auf den Abschied vorbereiten", gibt der 64-Jährige munter zu. 34 Jahre stand er ununterbrochen der Werkfeuerwehr vor. Mehr noch: Mit großem Engagement agierte er als Vorsitzender des Werkfeuerwehrverbandes Sachsen-Anhalt und brachte sich mit Leidenschaft in den Bundesverband ein. Nun soll also Schluss sein. Im cCe Kulturhaus Leuna kamen aus diesem Grund Wegbegleiter aus Werk-, Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren des gesamten Landes, aber auch viele Vertreter von Unternehmen des Chemiestandortes, Kommunalpolitiker und Vertreter von Behörden zusammen. Besonders herzlich begrüßt wurde Innenminister Holger Stahlknecht, der Frank Hesselbarth mit dem Silbernen Brandschutz- und Katastrophenschutz-Ehrenzeichen am Bande ehrte.

In bewegenden Worten zeichnete Dr. Christof Günther, Geschäftsführer der InfraLeuna GmbH, noch einmal den Lebensweg des scheidenden Feuerwehrchefs nach. 1973 habe der gebürtige Horburger in Leuna sein Arbeitsleben gestartet. Nach vier Wochen habe er jedoch nur eines gewollt: Bloß hier weg! Tatsächlich verließ er damals den Industriestandort und absolvierte seinen Grundwehrdienst. Danach aber, so schmunzelt Hesselbarth, sei er wieder nach Leuna zurückgekehrt. Zum einen sei er Vater von Zwillingen geworden – die junge Familie wollte ernährt werden. Zum anderen lockte die dortige Feuerwehr mit einem Studium. Nach der Ausbildung und dem Studium an der Technischen Hochschule in Magdeburg wurde Frank Hesselbarth mit nur 28 Jahren Leiter der Betriebsfeuerwehr, die damals immerhin rund 160 Mitglieder hatte. "Das war ein Sprung ins kalte Wasser, aber ich denke, wir haben das zusammen gut gemeistert", sagt Hesselbarth nicht ohne Stolz und denkt dabei an die Umbrüche, die ihn und sein Team in den dreieinhalb Jahrzehnten begleiteten.

Nach der Wende wurde die Wehr bedarfsgerecht auf 54 Männer angepasst und es kam auch jede Menge "millionenschwere" neue Technik dazu. Systematisch sei der gesamte Fahrzeugpark erneuert worden. Frank Hesselbarth hat sich mit seiner ehrlichen, offenen und klaren Art immer für den vorbeugenden Brandschutz stark gemacht, betont Dr. Günther. Der Geehrte sei einer, der Feuer und Flamme dafür ist, damit es nicht brennt. "Wenn man einen solchen Feuerwehrchef wie Frank Hesselbarth in der Nähe weiß, schläft man einfach ruhiger", meinte Dr. Günther mit einem Lachen.

Der nun in Rente gehende Hesselbarth übergab den Staffelstab an Otto Agsten, der mit seinen 34 Jahren nur wenig älter ist, als es Hesselbarth bei seinem Antritt im Jahr 1984 war. Der Senior übergab dem Neuen einen schwarzen Metallsplitter einer Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg, die am Chemiestandort entschärft worden war. Bei jedem Bombenfund am Standort – und es waren einige in den vergangenen Jahren, war auch immer die Werkfeuerwehr dabei. Der Splitter sollte immer daran erinnern, dass die Arbeit am Chemiestandort selbst in Friedenszeiten nicht ungefährlich ist. Frank Hesselbarth freut sich nun auf mehr Zeit mit seiner Ehefrau Christina, den beiden Söhnen mit deren Familien, auf seine vier Enkel und schöne Reisen. PW