05.04.2019    

Eine geile Zeit

Über den Wechsel von der Schule zum "Ernst des Lebens"

Franz Jänichen (Mitte), Karl Tilgner (li.) und Florian Wende sind Azubis bei der Linde AG. Sie sprechen über die Umstellung von der Schule in ein Unternehmen. Foto: Petra Wozny

Drei Jugendliche, Franz Jänichen (18) aus Roßbach, Karl Tilgner (17) aus Schleberoda und Florian Wende (21) aus Langendorf berichten über ihre Ausbildung bei der BAL Bildungsakademie Leuna und der Linde AG, die 2017 begann.

Was war für die Berufswahl entscheidend?
Franz: Meine Eltern ließen mir bei der Berufswahl freie Hand. Für mich stand ziemlich schnell fest: Es muss was Handwerkliches sein. Etwa 20 Bewerbungen habe ich verschickt, unter anderem zu Linde. Das Berufsbild des Mechatronikers passte – handwerklich und was für den Kopf. Linde auch deshalb, weil die nach Tarif zahlen.

Karl: Im Büro zu sitzen, würde mir ganz schön auf die Nerven gehen. Ich habe schon in einem Metallbetrieb ein Praktikum gemacht. Linde deshalb, weil es ein Unternehmen ist, das international agiert und einen guten Namen hat.

Florian: Ich habe Abitur gemacht, um mir die Option einer Weiterbildung offen zu halten. Ob das mal ein Meisterlehrgang oder ein Ingenieurstudium ist, weiß ich noch nicht. Zum Beruf: Der Mechatroniker ist einfach vielseitig – optimal. Und das Lehrgeld? Genial.

Wie habt ihr den Wechsel von der Schule in den Arbeitsalltag empfunden?

Franz: Ich fand es nicht so schlimm. Klar klingelt der Wecker jetzt eine Stunde früher, aber da wir am Wochenende nicht arbeiten, bleibt viel Freizeit mit den Freunden. Der Alltag ist straffer. In der Unterrichtsstunde war mitunter mal Zeit, abzuhängen. Das geht hier gar nicht. Hier ist alles wichtig.

Karl: Mir gefällt, dass ich einen Einblick in die Arbeitswelt bekomme. Jetzt ist man mittendrin.

Florian: Mein Vater ist in der Elektronikbranche beschäftigt. Ich kann mich jetzt viel besser mit ihm unterhalten. Ausbildung ist einfach eine geile Zeit. Man muss natürlich bereit sein, auch etwas zurückzugeben.

Was hat sich seit Lehrbeginn bei euch privat verändert?

Karl: Ich habe meinen Führerschein und das Auto selbst finanziert. Das war für mich schon ein wichtiges Stück Selbstständigkeit.

Franz: Man kann sich was leisten und muss nicht immer die Eltern fragen, wenn man sich einen Wunsch erfüllen will. Demnächst ziehe ich mit meiner Freundin in eine eigene Wohnung.

Florian: Mich macht es stolz, zu sehen, was ich tagtäglich mache. Das war während der Schulzeit nicht immer so.

Was hat sich seit Lehrbeginn bei euch privat verändert?

Karl: Ich habe meinen Führerschein und das Auto selbst finanziert. Das war für mich schon ein wichtiges Stück Selbstständigkeit.

Franz: Man kann sich was leisten und muss nicht immer die Eltern fragen, wenn man sich einen Wunsch erfüllen will. Demnächst ziehe ich mit meiner Freundin in eine eigene Wohnung.

Florian: Mich macht es stolz, zu sehen, was ich tagtäglich mache. Das war während der Schulzeit nicht immer so.

Bleibt bei allem Azubi-Alltag noch Zeit für die Freizeit?

Franz: Klar. Ich bin seit zwölf Jahren beim Kickboxen. Da gehe ich dreimal die Woche hin. Und habe wie gesagt eine Freundin.

Karl: Es bleibt viel Zeit zum Motorradfahren – und die Freundin.

Florian: Ich spiele Gitarre und konnte mir durch das Lehrgeld bessere Technik zulegen.

Wo seht ihr euch 2021?

Franz: Mit dem Facharbeiterbrief in der Hand.

Karl: Und das mit guten Noten – wir wollen die Zeit nicht nur absitzen.

Florian, Karl und Franz: Wir würden gern als Facharbeiter bei Linde bleiben.

Die Redaktion des Leuna-Echos bedankt sich für das Interview. Das Gespräch führte Petra Wozny