21.10.2019    

Beruflich neu durchstarten

DOMO qualifiziert gestandene Berufstätige zu Chemikanten

Anlage DOMO Leuna, Fotograf: Wiegand Sturm

Zwölf Monate hat sie schon geschafft, noch ein knappes weiteres Jahr Ausbildung folgt. Dann kann sich Diana Börnicke stolz frischgebackene Chemikantin nennen. Und natürlich möchte die Hallenserin dann auch von DOMO in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen werden. Wie auch die zwei Kolleginnen und sechs Kollegen, die gemeinsam mit Diana Börnicke die zwanzigmonatige Ausbildung absolvieren.

Fachkräfte durch Umschulung gewinnen
Für gewöhnlich stellt DOMO jedes Jahr eine Anzahl Auszubildende ein, um den Bedarf an Chemikanten, Chemielaboranten oder Elektroniker für Automatisierungstechnik zu decken. Das funktioniert, da die Auszubildenden wissen, dass sie bei guten Leistungen übernommen werden. Dementsprechend engagieren sie sich. „Es war aber absehbar, dass wir 2020 zusätzlich rund zehn neue Chemikanten benötigen“, berichtet Personalleiter Thomas Thielecke. Auf diese Weise kann DOMO, welches mit rund 650 Mitarbeitern in Leuna hochwertige Produkte wie Caprolactam, Polyamid-Granulate, Düngemittel und organische Zwischenprodukte herstellt, besser auf den absehbaren Fachkräftemangel reagieren. Die Idee: Menschen für einen Neuanfang bei DOMO zu gewinnen, die zwar eine Berufsausbildung haben und auch in Lohn und Brot stehen, aber aus diversen Gründen unzufrieden sind. Weil sie beispielsweise nur geringe Löhne oder nicht planbare Arbeitszeiten haben, oder die einfach nur Lust und Interesse an einem neuen Beruf in der Chemie haben.

„Ich wollte unbedingt etwas Neues machen“
Das Angebot: Eine zwanzigmonatige Ausbildung zum Chemikanten mit IHK-Abschluss, wobei das theoretische Rüstzeug von der Bildungsakademie Leuna vermittelt wird und die fachpraktische Ausbildung in den modernen Produktionsanlagen von DOMO stattfindet. Die Berufsschule entfällt, da bereits ein Berufsabschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf vorhanden ist. Zudem zahlt Domo während der Ausbildung eine überdurchschnittlich hohe Qualifizierungsvergütung sowie Schichtzulagen, Jahresleistung und Urlaubsgeld. „Insgesamt haben 110 Bewerber ihre Unterlagen eingereicht“, berichtet Thomas Thielecke. Ein voller Erfolg. Unter den neun Auserwählten im Alter von Ende 20 bis Ende 40 war auch Diana Börnicke. Nach 22 Jahren in einem Gastronomie-Beruf und Tätigkeiten als Assistentin, stellvertretende Geschäftsführerin und Restaurantleiterin sehnte sie sich nach Veränderung. „Ich wollte unbedingt etwas Neues machen und das nicht nur angelernt, sondern ich wollte den Beruf auch von Grund auf lernen“, erzählt sie.

„Bei Bedarf machen wir das wieder“
Nach über einem Jahr Suche wurde sie bei DOMO fündig und nach Test, Vorstellungsgespräch und Zusage startete sie mit ihren acht Mitstreitern im September 2018 die Umschulung zum Chemikanten. Der Rhythmus: Sechs Wochen BAL, sechs Wochen im Betrieb. Na klar, der Anfang war nicht einfach. „Als Erstes musste ich das Lernen wieder lernen“, erzählt Diana Börnicke rückblickend. In den ersten Wochen saß sie beispielsweise jeden Abend vorm Computer und schaute sich YouTube-Videos zu gerade behandelten Themen an. Nach wenigen Wochen hatte sie sich wie ihre Kollegen eingelebt. „Klasse ist auch die Atmosphäre in unserer Gruppe“, berichtet Diana Börnicke. „Wir unterstützen und helfen einander ohne Vorbehalte.“ Jeder bringe sein Wissen, seine Kenntnisse und seine speziellen Lebenserfahrungen ein, was allen in der Gruppe weiterhilft. Ebenso hilfreich und bemerkenswert sei, dass die „Neuen“ bei den Kollegen immer mit jeder Frage Gehör finden und Antwort bekommen. Die Rückmeldungen aus der BAL und aus den Schichten sind ausschließlich positiv. Kein Wunder also, dass Thomas Thielecke hochzufrieden mit dieser Maßnahme ist. „Bei Bedarf werden wir sicher erneut eine solche verkürzte Ausbildung anbieten.“