27.06.2017    

Auftaktveranstaltung zum Welttag für Sicherheit und Gesundheitsschutz

„Viele Unternehmen am Chemiestandort Leuna beweisen täglich, dass umfassender Arbeits- und Gesundheitsschutz den wirtschaftlichen Erfolg erst ermöglicht und nicht, wie vielfach immer noch behauptet, das Arbeiten behindert", so Dr. Bernhard Räbel, Präsident des Landesamtes für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt, zur Auftaktveranstaltung des Welttages für Sicherheit und Gesundheit am 27. April im Besucherzentrum der InfraLeuna.

Beim Arbeitsschutz geht es längst nicht mehr nur um die reine Gefahrenabwehr und um die Beseitigung von Risiken für die Sicherheit der Mitarbeiter. Es geht um die vorbeugende Bewahrung der Gesundheit unter den Bedingungen, dass sich die Arbeit und das Umfeld ständig verändern: Schnellere Abläufe, neue Aufgaben und Technologien, mehr Zeitdruck sind nur einige Kennzeichen dafür. Dass eine sichere und gesundheitsförderliche Arbeitsumgebung auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht sinnvoll ist, zeigen die Kosten für Produktivitätsausfälle, die jährlich aufgrund von Arbeitsunfällen oder Krankheit entstehen. „Der deutschen Volkswirtschaft gingen 2015 allein 543,4 Millionen Arbeitstage verloren, wobei 126 Millionen auf Muskel-Skelett-Erkrankungen und 79 Millionen auf psychische Erkrankungen entfallen“, unterstrich Dr. Gabriele Theren, Abteilungsleiterin Soziales und Arbeitsschutz des Ministeriums für Arbeit und Soziales. Geschätzt entstehen dadurch Produktionsausfälle in Höhe von 57 Milliarden Euro.

Den Stellenwert des Arbeitsschutzes und der Gesundheitsvorsorge bei der Standortgesellschaft InfraLeuna zeigte Michael Hartung, Bereichsleiter Sicherheit, Qualität und Umweltschutz der InfraLeuna GmbH, auf. Seit 2010 besteht ein Gesundheitsteam aus zwölf Mitarbeitern zur Koordinierung der Aktivitäten zur Gesundheitsvorsorge. „Uns ist wichtig, dass die Mitarbeiter über alle Aktivitäten informiert werden und aus den verschiedenen Angeboten wählen können“, erklärt Hartung. Von Januar bis Dezember wurden im letzten Jahr 20 Aktionen angeboten. Dazu gehörten Seminare zur gesunden Ernährung, Informationsveranstaltungen, Hautkrebsscreening, Schutzimpfungen ebenso wie Angebote zu Präventivsport. „Der Tag des Fahrrads wurde letztes Jahr gut angenommen“, so Michael Hartung. Ihm ist durchaus bewusst, dass man nicht alle Mitarbeiter mit den Angeboten erreichen kann. „Unser Ziel ist es, die Gesundheitsquote stabil zu halten bzw. zu steigern. Dabei ist es uns wichtig, dass unsere Mitarbeiter zum Nachdenken und Mitmachen angeregt werden“, betont Michael Hartung und er ist überzeugt, dass ein gesundes Betriebsklima dazu beiträgt, die Krankenstände langfristig zu reduzieren.

Für ihr Engagement im Gesundheitsmanagement erhielt die InfraLeuna GmbH den Gesundheitspreis 2016 der IG BCE Halle-Magdeburg. Trotz zahlreicher Aktionen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz ist es jedoch schwierig, die Effizienz des Ganzen in reduzierten Krankentagen nachzuweisen. „Die Wirkung unserer Aktivitiäten wird auch von Effekten überlagert, die wir nicht beeinflussen können und die zu Ausfalltagen führen“, wies Dr. Christof Günther, Geschäftsführer der InfraLeuna GmbH, in der anschließenden Diskussion hin. Die InfraLeuna GmbH hat in ihren betrieblichen Strukturen das Thema Gesundheit und Sicherheit fest verankert und in Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen integriert. Vor dem Hintergrund, die Gesundheit der Belegschaft zu erhalten, sind Präventionsmaßnahmen immer wichtiger und werden ständig weiterentwickelt, so Hartung.

Der Welttag für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz erinnert jährlich am 28. April an die Gewährleistung und Verbesserung von sicherer, gesunder und menschenwürdiger Arbeit und wurde durch die International Labour Organisation (ILO) eingeführt.