28.03.2017    

Arbeitsagentur, BAL und InfraLeuna luden zum Tag der Berufe ein

Ronan Anton ist 13 Jahre. Noch hat der Jugendliche aus Kretzschau im Burgenlandkreis ein paar Jahre Zeit bis zur Bewerbung für einen Beruf. Aber schnuppern kann man ja schon mal, findet er. Und sein Vater Dirk Anton pflichtet dem Spross bei: "Der Tag der Berufe ist ein richtig gutes Angebot für die Familien. Wir können uns informieren, was es in der Region gibt. Der Chemiestandort Leuna ist für uns schon einmal eine gute Option, zumal es hier sogar für die Jugendlichen Internatsplätze gibt."

Interessiert schauen die Jugendlichen den Elektronikern über die Schulter. Foto: Petra Wozny

Zum "Hineinschnuppern" hatte, wie seit vielen Jahren, die Arbeitsagentur eingeladen. Die Bildungsakademie Leuna und die InfraLeuna öffneten dafür die Türen. "Wir machen dies bereits seit über zehn Jahren. Früher hatten wir zu viele Jugendliche für einen Ausbildungsplatz. Nun suchen wir aufgrund der demografischen Veränderung die Jugendlichen für die Unternehmen", schildert Berufsberater Uwe Krauledat. Doch dies ist nicht das einzige Problem, das Arbeitsagentur, aber auch Unternehmen umtreibt. Etwa ein Drittel aller Jugendlichen brechen ihre Ausbildung ab. "Sie haben schlicht weg falsche Vorstellungen von den Berufsabläufen. Hochglanzbilder in Prospekten bringen den Arbeitsalltag, der Schichtarbeit und auch mal Stress oder Probleme mit sich bringt, mitunter schlecht rüber", weiß der Berufsberater. Also: Sehen, erleben, schnuppern. Am besten danach auch ein Praktikum machen, findet er. Gut 30 Mädchen und Jungen aus Sekundarschulen der Region machten sich also nach der Devise "Mal schauen" auf den Weg. "Ich würde eigentlich gern mal in den Sicherheitsschutz gehen. Das wäre etwas, was mich interessiert", erzählt Ronan Anton. Personalreferentin der InfraLeuna, Cathleen Schubert, gab nicht nur über den Beruf der Fachkraft für Schutz- und Sicherheit Auskunft. Sie stellte den Jugendlichen sechs Ausbildungsberufe vor, die unterschiedlicher nicht sein können, aber am Chemiestandort typisch sind. Anlagenmechaniker, Laborant, Chemikant und oder doch etwas Mechanisches? "Für 2017 haben wir alle Auszubildenden. Jetzt suchen wir bereits für das kommende Jahr", kündigt die Personalreferentin an. 20 Bewerber würden für jeden der sechs Berufe, in der die InfraLeuna ausbildet, ausgewählt. Danach erfolge die Feinsichtung. Ein gutes Dutzend bekäme dann einen Lehrvertrag. Und: Was die Mädchen und Jungen gern mitnahmen – bei der InfraLeuna bekommt der Azubi nicht nur gutes Lehrgeld, hier stimmt auch, wenn alles passt, die Übernahme. In den Werkstätten der Bildungsakademie Leuna, Kooperationspartner der InfraLeuna, konnten die Jugendlichen dann schon einmal Praxisluft schnuppern und Lehrlingen über die Schulter schauen. Chemiekabinette, Metall- und Elektrowerkstätten als auch die Schmiede konnten besucht werden. Abgerundet wurde dieser Tag mit einer Rundfahrt durch das Chemiegelände. PW